Orgel+STUMMFILM

Samstag, 29. August 2015, 19:30 Uhr

Film "Der Mann mit der Kamera"“Der Mann mit der Kamera” (1929)

Bereits zum zweiten Mal präsentiert die Frankenberger Kirchgemeinde dieses interessante Crossover-Konzert in Zusammenarbeit mit der IG Welttheater Frankenberg e.V.

In diesem Jahr wird der sowjetische Filmklassiker “Der Mann mit der Kamera” aus dem Jahr 1929 musikalisch ausgestaltet.

An der EULE-Orgel: Samuel Dobernecker/Köln
Schlagzeug: Philipp Scholz/Leipzig

Eintritt: Kategorie B
„Ich bin Film-Auge. Ich bin das mechanische Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt so, wie nur ich sie zu sehen im Stande bin. Von heute ab und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich und entferne mich von den Gegenständen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich gleichsam mit dem Maul eines galoppierenden Pferdes. Ich rase mit vollem Gang in die Menge.“ So schreibt Wertow 1923 in seinem zweiten Manifest für den Dokumentarfilm: „Kinoki-Umsturz“. DER MANN MIT DER KAMERA ist sein filmisches Manifest: Experimentalfilm, Montagefilm, Kunstfilm, Filmessay, Dokumentarfilm, Avantgarde, Utopie und Studie über all die Möglichkeiten des noch stummen Films. Ein unerschöpflicher Rausch an Bildern, Eindrücken und Ausdrücken – schwindelerregend und stellenweise wie ein Videoclip. Michail Kaufman, Wertows jüngerer Bruder, ist der Kameramann des Films und im Film zugleich. Der Zuschauer verfolgt dessen Arbeit mit dem dynamischen Blick eines unschuldigen Kindes und erlebt die Welt aus der Perspektive der Kamera. „Kein Film hat jemals in ähnlich rauschhafter Begeisterung das eigene Medium gefeiert und dargestellt wie DER MANN MIT DER KAMERA. Indem Dsiga Wertow das Filmen filmt und so gewissermaßen beständig hinter dem Entstehen des eigenen Films herjagt, vereinigt er die tollkühnsten Meriten der Avantgarde mit dem Tempo eines Chaplinschen Chase-Movie und der in eins hymnischen und reflektierten Darlegung des Kompendiums aller Möglichkeiten des (stummen) Kinos.“ (Harry Tomicek)


Samuel DoberneckerSAMUEL DOBERNECKER
(*1986 Markneukirchen) betrachtet die Orgel als Klang-Maschine, die seit der Antike Allmacht repräsentieren und Transzendenz thematisieren soll und unter den Instrumenten auf diese Weise einzigartig bleibt bis zur Entstehung von Synthesizer und Computer. Dieser Utopie verdankt sie ihren Befreiungsdrang aus jeglichem ästhetischen oder gesellschaftlichen Korsett.

Dobernecker spielte als Jugendlicher leidenschaftlich Saxofon und studierte von 2006 bis 2015 Kirchenmusik und Orgel in Dresden und Köln, u.a. bei Margareta Hürholz, Thierry Mechler, Dominik Susteck und Martin Strohhäcker. Seit Jahren widmet er sich intensiv Neuer Musik und crossover-Projekten im kirchlichen Raum, wobei er neben der Orgel immer wieder auch als Saxofonist und Chorleiter in Erscheinung trat. 2008 war er Preisträger des CD-Preises des Deutschlandfunks für junge Jazzensembles, es folgten zahlreiche Auftritte auf deutschen Jazzfestivals. In der Dresdner Innenstadt initiierte er mit hinhören! eine Reihe für improvisierte Musik im Kirchenraum. Während seines Studiums konzertierte er u.a. in den Konzertreihen für zeitgenössische Musik “orgelmixturen” Köln, “future pipes” Frankfurt und “modus vivendi” Dresden. Zuletzt erlangte er die Aufmerksamkeit der Kölner Musikszene im April 2015 mit seinem Abschlussprojekt “eigenschaften der stille” für Sprecher, Chor, Orgel, Tanz und Hören solo.

PHILIPP SCHOLZ wurde 1990 geboren und begann im Alter von 8 Jahren mit dem Schlagzeugspiel. Von 2004 bis 2008 besuchte er das Sächsische Landesgymnasium für Musik Carl-Maria v. Weber Dresden. Dort erhielt er Im Hauptfach Schlagzeug und im Nebenfach Klavier Unterricht bei Dozenten der philipp scholz by antje kroeger (14 von 34)Hochschule für Musik Dresden. Er war ab 2006 bis 2010 ständiges Mitglied des Jugendjazzorchester Sachsen. Mit der Band flaura&phona konnte er im Jahre 2007 beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend Jazzt“ den 4 tägigen Studiopreis gewinnen. Außerdem wurde Philipp in diesem Rahmen mit dem Solistenpreis ausgezeichnet. Im Herbst 2008 begann er ein Studium im Hauptfach Jazzschlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Felix-Medelssohn Bartholdy in Leipzig bei Prof. Heinrich Köbberling. Seit Sommer 2010 ist Philipp auch Mitglied im Bundesjazzorchester. Seit November 2014 ist Philipp Scholz Preisträger des jungen Münchner Jazzpreises. Verschiedene Tourneen führten Philipp nach Lettland, Finnland, Frankreich, Tschechien, Indien , Österreich, Polen, Tschechien und USA. Philipp tritt in eigenen Bands auf, wie: PLOT oder BabY BoOmer; ist aber auch ein gefragter Sideman und Mitspieler (das blaue Pony, Monika Roscher Bigband, Spielvereinigung Sued). Seit April 2013 ist Philipp Mitinitiator der „ Reihe 2“. Er konnte schon mit folgenden Künstlern spielen: Jürgen Friedrich, Johannes Enders, Achim Kaufmann, Pablo Held , Gabriel Coburger, Pepe Berns, Werner Neumann, Claudio Puntin und Frederik Köster.